Gestern, kurz vor Mittag, haben wir Melbourne in Richtung Geelong verlassen. Bereits am Vormittag brannte die Sonne vom Himmel. Es schien ein heißer Tag zu werden. Doch nach dem Frühstück, als wir alles reisefertig verstaut und unseren Wasservorrat aufgefüllt hatten, zogen leider Wolken auf. Samuel, ein alter Kollege aus der Schweiz, den wir eine Woche zuvor am Strand von St. Kilda getroffen hatten, kam gerade vom Joggen zurück. Noch schnell ein paar Worte gewechselt, denn eine wichtige Klausur stand für ihn an, fuhren wir los. Gut gelaunt schlängelten wir uns durch den dichten Verkehr Richtung Princes Highway. Der Fahrtwind blies uns um die Ohren und im Radio lief tolle Musik. Unser Ziel, die Great Ocean Road, rückte immer näher. 110 km/h schafft Eddy, aber man darf ja sowieso nicht mehr als 120 km/h fahren. Fast vorbei an Geelong, die Wegweiser wiesen uns schon Richtung Küste, breitete sich plötzlich ein merkwürdiger Geruch aus. Noch bevor wir lange darüber nachdenken konnten, was das sein könnte, viel der Tacho aus, was für mich eigentlich nichts Neues ist, da ich vor einigen Jahren bereits des Öfteren in einem Auto ohne funktionierende Kilometeranzeige gefahren bin. (@Mutti: sei froh dass du diese Schüssel nicht mehr hast!) Aber das war noch nicht alles. Eddy hat ein Automatikgetriebe und „D“ ist auch ausgefallen. Uns blieben nun nur noch die Gänge 1 und 2 zum Fahren übrig. Außerdem kam ein rasselndes Geräusch von unten. Mir wurde etwas mulmig zumute. Keiner wusste was los ist und ich sitze auch noch genau auf dem Motor, denn der befindet sich in diesem Modell unter dem Beifahrersitz. Wenig später bogen wir in einen Feldweg ein, um die Sache genauer unter die Lupe zu nehmen. Basti kniete sich auf meine Fußmatte und spähte unter den Van. Es qualmte, stank noch immer und Öl tropfte. Keine Ahnung was Eddy für Probleme hat, schließlich haben wir erst vor gut 10 Tagen die Straßentauglichkeitsbestätigung erhalten. Sorge machte sich breit, ob Eddy überhaupt so eine gute Idee war. Der Jüngste ist er ja mit 15 Jahren und über 272'000 km nun wirklich nicht mehr. Wir haben dem Motor einige Zeit zum Abkühlen gegeben bis Basti einen Neustart wagte. Er fuhr zunächst alleine den Feldweg entlang, denn ich sollte von außen schauen, ob es Auffälligkeiten gibt. Unterdessen fuhren einige Trucks vorbei, die riesige Stauwolken zurück ließen.
Als sich der Staub auflöste und ich in Richtung Van sah, musste ich lachen. Basti hatte versucht zu wenden und stand nun quer auf dem Feldweg mit der Schnauze im Grünen. Der Rückwärtsgang funktionierte wohl auch nicht mehr:’) Hm, wie nun dieses schwere Gefährt wieder aus dem leicht abfallenden Gestrüpp herausbekommen? Alle Kraft reichte nicht, Eddy rollte immer wieder vorwärts. Ein Pickup hielt neben uns an und ein freundlicher Australier stieg aus. Er half uns den Van wieder annähernd in Fahrtrichtung zu schieben. Er beschrieb uns den Weg zum nächsten Mechaniker und auf gings im 2. Gang die Strassen entlang… Wir mussten ein weiteres Mal nach dem Weg fragen und kamen schlussendlich heile an. Doch länger hätten wir nicht mehr fahren können, denn der seltsame Geruch versuchte sich schon wieder breit zu machen. In der Werkstatt angekommen, schilderten wir unsere Probleme und mussten uns eine gute Stunde gedulden bis Eddy auf die Bühne durfte. In der Zwischenzeit gönnten wir uns Kaffee und Kuchen. Als wir zurück in die Werkstatt kamen, dauerte es nicht mehr lange bis Eddy endlich an der Reihe war. Er wurde mit der Bühne nach oben gehieft.
Und schon nach dem ersten Blick schüttelte der Mechaniker mit dem Kopf, so etwas habe er noch nie gesehen. Er holte seinen Chef herbei, der offensichtlich auch überrascht war. Sie vermuteten wir seien irgendwo derb aufgesessen, doch dies konnten wir nicht bestätigen. Wieder ein Mangel, den uns die Franzosen erfolgreich vorenthalten haben. Die Stange der Gangschaltungsanlage (wie auch immer, das schon wieder fachmännisch heißt) hatte eine Delle und das Verbindungsstück war heraus gebrochen. Während der Autobahnfahrt muss das bereits angebrochene Verbindungsstück endgültig den Geist aufgegeben haben. Aus der Bruchstelle spritze während der Fahrt heiß gewordenes Getriebeöl und die lose Metallkappe verursachte das rasselnde Geräusch. Damit hatten wir den Salat. Der Chef verschwand und versuchte ein gebrauchtes Teil zu organisieren. Nach einigen Telefonaten schien er erfolgreich gewesen zu sein. Er war schlussendlich selbst positiv über den Preis überrascht und meinte günstiger als knapp $ 900.00 kommen wir es nirgends. In den Preis sind bereits 4 Stunden Montagezeit eingerechnet. Er machte einen sehr seriösen Eindruck und wir vertrauten ihm. Eine andere Wahl hatten wir sowieso nicht.
Alle Mal besser als Harar Motors.
Zuvorkommender Weise wurde uns für die Zeit der Reparatur ein Leihwagen, wieder ein Ford, wieder Automatikgetriebe, jedoch 2/3 kleiner, zur Verfügung gestellt. Und das Beste, nur ich darf ihn fahren, da Basti noch keine 25 ist:p. Wir packten völlig verplant unsere sieben Sachen zusammen: Laptop, Ladekabel, Ladekabel, Ladekabel (denn wir erwarteten ausreichend Strom und eventuell Internet) und 2 Unterhosen sowie Zahnbürste und Zahnpasta:’) und machten uns auf die Suche nach einer günstigen Bleibe. Nachdem wir den Ort abgegrast haben und die Preislisten sämtlicher Caravanparks und Hotels auswendig kennen, bewohnen wir nun ein kleines Standardzimmer mit Internet, Strom und allem wichtigen was man so braucht in einem kleinen Motel.

Das erste Zimmer in Australien ohne Doppelstockbetten:’). Wir hoffen, dass die Tage in Geelong gezählt sind und die Great Ocean Road gibt es in zwei Tagen schließlich auch noch. Wir sind ja zeitlich unabhängig.
Und schon nach dem ersten Blick schüttelte der Mechaniker mit dem Kopf, so etwas habe er noch nie gesehen. Er holte seinen Chef herbei, der offensichtlich auch überrascht war. Sie vermuteten wir seien irgendwo derb aufgesessen, doch dies konnten wir nicht bestätigen. Wieder ein Mangel, den uns die Franzosen erfolgreich vorenthalten haben. Die Stange der Gangschaltungsanlage (wie auch immer, das schon wieder fachmännisch heißt) hatte eine Delle und das Verbindungsstück war heraus gebrochen. Während der Autobahnfahrt muss das bereits angebrochene Verbindungsstück endgültig den Geist aufgegeben haben. Aus der Bruchstelle spritze während der Fahrt heiß gewordenes Getriebeöl und die lose Metallkappe verursachte das rasselnde Geräusch. Damit hatten wir den Salat. Der Chef verschwand und versuchte ein gebrauchtes Teil zu organisieren. Nach einigen Telefonaten schien er erfolgreich gewesen zu sein. Er war schlussendlich selbst positiv über den Preis überrascht und meinte günstiger als knapp $ 900.00 kommen wir es nirgends. In den Preis sind bereits 4 Stunden Montagezeit eingerechnet. Er machte einen sehr seriösen Eindruck und wir vertrauten ihm. Eine andere Wahl hatten wir sowieso nicht.
Alle Mal besser als Harar Motors.
Das erste Zimmer in Australien ohne Doppelstockbetten:’). Wir hoffen, dass die Tage in Geelong gezählt sind und die Great Ocean Road gibt es in zwei Tagen schließlich auch noch. Wir sind ja zeitlich unabhängig.
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