Montag, 21. März 2011

Unser neues Zuhause und Phillip Island

Mittlerweile ist wieder einige Zeit vergangen… über eine Woche ist Eddy nun schon unser Zuhause. Nach 2 Tagen Werkstattaufenthalt haben wir Eddy endlich wohnlich eingerichtet und geputzt und geschrubbt was das Zeug hält. Die beiden linken Seitenfenster und die Heckscheibe sind jetzt nicht mehr schwarz sondern lassen wieder Tageslicht hindurch. Und auch sonst ist er innen „wohlfühlsauber“. Er hat einen neuen Bettzeug und dunkelrote Gardinen zum super Sonderpreis bekommen, an den Stoff zu gelangen, war gar nicht so einfach, mehrere Mitarbeiter eines Second Hand Shops waren in die Preisvergabe involviert;’). Der Rest des Stoffbarrens hat sogar für eine Tischdecke auf unseren „Wohnzimmeresstisch“ gereicht. Außerdem hat Basti mit aller Manneskraft, also ohne Akkuschrauber oder sonstige Hilfsmittel, kleine Körbe unter der Decke entlang der rechten Seitenwand als Stauraum für Kleidung und Nippes angebracht. Der Mitgelieferte Einplattengascampingkocher wurde bereits mehrfach auf Tauglichkeit getestet und der Hausrat ist auf die nötigsten Kochutensilien, Geschirr, einen Campingtisch und eine elektrische Kühlbox angewachsen. Eine mobile Dusche inklusive Zelt gehören mittlerweile auch zum Inventar. Es fehlt an nichts;’)

Die ersten Nächte haben wir super überstanden. Wir übernachteten auf einem Parkplatz neben einem kleinen Park, unweit vom Strand, in St. Kilda, einem Stadtteil von Melbourne. Eine Möglichkeit zum Zähneputzen und frisch machen bot sich in unmittelbarer Nähe. Nur mit dem Duschen war es nicht ganz so einfach. Die Vorbesitzer unseres Vans hatten uns die Duschen am Strand empfohlen. Wir packten alles zusammen, was man zum Duschen eben so braucht, und suchten die gemauerten Räumlichkeiten auf. Das Wasser war kalt. Aber nach einem ganzen Tag Vanschrubben in praller Sonne war das relativ egal. Die Dusche war extrem wohltuend und entspannend, jedoch mit einem bittersüßen Beigeschmack. Ich fühlte mich schlecht. Wie eine Obdachlose, die sich heimlich auf öffentliche sanitäre Anlagen, wenn man das so nennen kann, schleicht, um ihren ganz normalen menschlichen Bedürfnissen: sauber zu werden, nachzukommen. Na ja, man ist schließlich anpassungsfähig… Beim nächsten Mal gingen wir ins Discovery Hostel, wo wir während unseres ersten Melbourneaufenthalts nächtigten und von dem wir wussten, das dort im 4. Stock keine Kartenlesegeräte an den Türen existierten. Wir mutierten von an zu "Duschnomaden":').
Ein lustiges Ereignis gab es, als wir gerade beim Abwaschen waren. Den Campingtisch mit Abwaschschüssel und sämtlichem Geschirr, das für den ersten Gebrauch einsatzbereit gemacht werden sollte, neben unserem Van, auf einem weiteren Parkplatz aufgebaut, wollte ein Anwohner einparken. Wir mussten geschwind alles bei Seite stellen, damit der Wagen Platz hatte. Ein freundlicher Australier stieg aus und sagte: „Sorry for parking in your livingroom!“ 

Am 15. März war es endlich so weit. Pünktlich erschienen wir zu unserem Termin bei VICRoads. Ca. 45 Minuten später war die Inspektion beendet und wir hielten stolz unsere Nummernschilder in den Händen. "YGR-317 Victoria -The Place to be" ziert nun unseren Van. 

Uns hielt nichts mehr in Melbourne und so entschieden wir uns noch am selben Tag den Weg in Richtung Phillip Island anzutreten. Ca. 100 km südöstlich von Melbourne suchten wir eine Rest Area auf um die Nacht zu verbringen. Schnell noch ein paar Erbsen aus der Dose auf dem Gaskocher erhitzt und ein paar Seiten im Buch gelesen, ging es am nächsten Morgen nach Phillip Island. Gegen Mittag passierten wir die Insel. Traumhaft! Wirklich ein schönes Fleckchen Erde. Wir fuhren durch einen Nationalpark zu den Nobbis - das sind riesige Felsen im Meer, wo sich gewöhnlich Seelöwen aufhalten. Um diese zu sehen, hätten wir allerdings eine Bootstour machen müssen. In der Hoffnung anderswo fündig zu werden, entschieden wir uns jedoch dagegen. Die Küstenlandschaft an dem Südwestzipfel der Insel war einmalig. Im Sonnenuntergang liefen wir noch ein bisschen am Strand entlang als plötzlich ein kleiner Pinguin aus dem Meer an Land schlüpfte. Wir bekamen einen private Show und beobachteten wie der kleine Kerl an sein Nest über den Strand hinweg in die Dünen watschelte. So süß anzusehen, wie gefesselt saßen wir da und beobachteten das Geschehen. Zunächst blieb er einen Steinwurf entfernt vor uns stehen, lief dann ein paar Schritte zurück, wurde von den Wellen zurück gezogen und kam schließlich wieder auf uns zu. Bis er schnurstrax an uns vorbei den Strand hinauf lief... Ein Ranger beendete die Vorstellung. Wir befanden uns noch immer im Nationalpark, der anscheinend ab 20 Uhr geschlossen wird.
Die Nacht verbrachten wir in einem kleinen abgelegenen Ort direkt an der Küste. Nach dem Frühstück entschieden wir uns am nächsten Morgen die Insel noch etwas genauer zu erkunden. Wir fuhren ans andere Ende der Insel oben im Norden und parkten den Van. Wir spazierten durch Eukalyptuswälder und Sumpfland. Soviel wunderschöne Natur macht sogar Basti zu einem Wanderer:'). Wir beobachteten seltene Vögel, graue Gänse, schwarze Schwäne und Wallabies. Nur Koalas fanden wir keine in den Bäumen und unsere Suche wurde etwas gehemmt als Basti zwei fußbreit vor sich, gerade noch rechtzeitig, eine Schlange zusammengerollt im Gras entdeckte. Zurück im Van wollten wir das Koalakonservatorium aufsuchen und passierten dessen Tore gegen 17.20 Uhr. In 10 Minuten sollte es schließen. Eddy ließen wir auf dem Parkplatz stehen. Sie werden die Koalas ja wohl nicht einpacken, wenn sie die Anlage schließen, dachten wir uns und entschieden einmal drumherum zu laufen. Der erste Koala ließ auch gar nicht lange auf sich warten, und noch einer und noch einer. Wir waren voller Eifer und kletterten über einen Zaun, naja eher Wegabsperrung, um noch hinter die Anlage zu gelangen. Wir fanden touristenunzugägliche Bereiche und konnten die idealen Fotos machen, wie als ob uns die Koalas vor die Linse gesetzt wurden. Zufrieden gingen wir zurück zum Van und auf zur Pinguin Parade, dachten wir jedenfalls. Das Tor, dem wir beim Einfahren keine Beachtung geschenkt hatten, war nun zu. Wir sahen uns nach einem anderen Ausweg um, als uns ein Mann mit wedelnden Armen entgegenlief und uns entgeistert fragte, was wir denn noch hier machten. Eine gute Ausrede war schnell parat und extrem glaubwürdig noch dazu. Dem Mann tat das alles leid, doch einen Torschlüssel hatte er leider nicht dabei. Er wollte jemanden schicken, der uns schließlich 40 Minuten später vom Parkplatz zurück auf die Straßen von Phillip Island entließ. Die Pinguin Parade haben wir auf den nächsten Abend verschoben. Wieder eine Nacht an der Küste verbracht, besuchten wir am nächsten Vormittag den Flynn Beach, ein endlos langer Strand, kristallklares Wasser und absolute Idylle. Dort verweilten wir bis zum Nachmittag und wollten noch vor der Parade im Szenelokal "Café Lugano" in Cowes, dass sogar im Lonely Planet empfohlen wird und indem wir bereits am Vortag waren, einen Kaffee trinken. Dieses hatte jedoch geschlossen und so fiel die Wahl auf ein Café auf der gegenüberliegenden Straßenseite.
Anschließend fuhren wir zur Pinguin Parade. Es ist sehr nett anzuschauen, wie die kleinen Kerle in Gruppen aus dem Meer kommen, doch absolut Nichts im Vergleich zu dem, was wir vor 2 Tagen am Strand zu sehen bekommen haben. Man sitzt auf Rängen und bräuchte ein Fernglas um die Pinguine detailliert zu erkennen, wie wir es ungehindert konnten. Nach der Parade hatten wir Phillip Island nun sehr ausführlich abgearbeitet und traten noch am selben Abend nun den Weg zurück nach Melbourne an. Wir fuhren zurück in die Spenser Street in St. Kilda, wo wir auch vorher schon genächtigt hatten...



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