Ganz schön viel los in so ner Großstadt. Am Dienstag haben wir nach 4 Stunden Bus- und Zugfahrt Melbourne erreicht. Aber ich will am liebsten wieder zurück aufs Land, auf die Farm. Schön war es da und idyllisch. Im Gegensatz zu mir liebt Basti die Hektik. Doch ich kann dem Cityflair im Moment gar nichts abgewinnen. Das Loskommen in der Früh in Cobram gestaltete sich etwas schwierig. Entgegen unserer Art, waren wir pünktlich fertig. Nachdem wir die letzten Besitztümer zusammen gepackt, gefrühstückt, noch Küsschen und Umarmungen mit lieb gewonnen Menschen ausgetauscht hatten, standen wir kurz vor sieben zum Abholen parat. Rob, unser Ganger, wollte uns nach Cobram zur Bushaltestelle fahren. Ray hatte uns beim Frühstück mitgeteilt, er finde seine Autoschlüssel nicht, was ich zunächst für einen Scherz hielt und nicht für bare Münze nahm… Schlussendlich rief er uns ein Taxi, das auch umgehend da sein wollte. Geschlagene 20 Minuten später, also knapp 10 Minuten bevor unser Bus losfahren sollte, kam es dann… Wir hockten wie auf heißen Kohlen aber hatten Glück. Wir waren just in time:)
In Melbourne haben wir uns ins Flinders Station Hostel in ein 4-Dorm eingecheckt und teilen das Zimmer mit Sebastian aus Regensburg und einer Schwedin… Endlich mal wieder in einem proper Bett mit Duvet (Zudecke) ausschlafen. Einfach herrlich! Anschließend haben wir uns auf die Suche nach einem fahrbaren Untersatz begeben. Dazu haben wir die Pinnwände von verschiedenen Hostels abgegrast. Wir wussten zwar nicht genau wonach wir suchten, aber das Preislimit betrug $ 3000.00 mit Registrierung. Nach einigen nicht erfolgreichen Telefonaten konnten wir zwei Besichtigungstermine noch für den gleichen Abend abmachen. Ein Kombi und ein Campervan jeweils inklusive dem wichtigsten Campingequipment standen zunächst zur Auswahl. Der Kombi konnte leider nicht überzeugen. Dafür der Campervan, der zwar ganz schön hässlich bemalt ist, aber bereits eine große Matratze hinten drin hat. Basti hat ihn auf der Straße gestestet und trotz fehlender Servolenkung für gut befunden. Ich konnte ihn von $ 2700.00 auf $ 2000.00 herunter handeln, da er keine Registrierung mehr hat und auch die Straßentauglichkeit erst noch festgestellt werden muss. Der Geld-gegen-Van-Übergabetermin wurde für gestern um 14.00 Uhr festgelegt. So hatten die zwei Franzosen, die heute wieder zurück in ihre Heimat fliegen, noch genug Zeit ihre Sachen zu packen. Nach einer unerwartet kurzen Nacht, die erst gegen 1.45 Uhr los ging, da der Lärm, verursacht durch Bauarbeiten und dem Dröhnen eines Presslufthammers, das Schlafen unmöglich machte, ging der Wagen und damit auch extrem viel Freiheit und Unabhängigkeit rechtmäßig in unseren Besitz über. Die erste Fahrt ging quer durchs Stadtzentrum zu VICRoads, um uns eine Lizenz zum Fahren ohne Nummernschilder zu organisieren. Anschließend haben wir unser Auto mit Sprit gefüttert und eine Werkstadt aufgesucht, die die Straßentauglichkeit feststellen und ggf. wieder herstellen sollte. Ein uns nicht bekannter Ricky, den ich auf dem Parkplatz vor der Fahrzeugmeldestelle angesprochen habe, empfahl uns eine günstige Werkstatt und gab mir die Telefonnummer. Harar Motors war unsere nächste Station. Die Werkstadt, geführt von Arabern, war sehr rustikal. Jeder der Anwesenden, ob Mechaniker oder Kunden, interessierten sich für unsere Geschichte. Nach einer gefühlten Ewigkeit war der Wagen durchgecheckt und die Liste der zu reparierenden Dinge viel zu lang für unseren Geschmack. $ 1280.00 sollte der ganze Spaß kosten. Hm, guter Rat ist ganz schön teuer. Um die Summe zu minimieren, hat der Boss Farit einen wohl nicht ganz so wichtigen Posten gestrichen und wollte noch immer $ 1000.00 haben. Unfassbar, dem Auto fehlt der Auspuff:’) Hinter dem dicken Teil (keine Ahnung wie das heißt), dass sich so ziemlich in der Mitte des Wagens befindet ist einfach kein Rohr mehr… Die Windschutzscheibe muss aufgrund eines Steinschlags gewechselt werden. Ich nahm zunächst an, diese würde den Preis ganz schön in die Höhe treiben, doch zu meiner Überraschung kostet die nur $ 50.00. Leider funktioniert weder die Klimaanlage noch die Heizung, da wohl der Schlauch durchgeschnitten wurde. Warum lässt sich leider nicht mehr nachvollziehen. Aber man kann halt nicht alles haben:’) Die Ölwanne leckt. Die Bremsen sowie der Gummi auf dem Bremspedal müssen erneuert werden. Und noch paar andere Dinge, die ich als Laie in der Fahrzeugtechnik nicht genau erklären kann… Unser erster Gedanke war, den Van wieder zu verkaufen. Andererseits haben wir aber ein super Schnäppchen gemacht und wissen schlussendlich was wir an dem Wagen haben und auch nicht haben. Man muss ihm zugute halten, dass er schon 15 Jahre alt ist und knapp 300’000 km auf den Achsen hat. Außerdem haben wir dann die Registrierung für 1 Jahr und können den Wagen später mit noch bestehender Registrierung wieder verkaufen, was den Marktwert und die Nachfrage extrem steigert… Wir haben uns also nun für Eddy, weiß gar nicht, ob das nun sein offizieller Name ist, entschieden und bekommen die Reparatur für $ 900.00:’)
Nach der vorläufig letzten Nacht im Hostel, haben wir heute Morgen ausgecheckt, unser ganzes Hab und Gut in unserem neuen Zuhause verstaut und uns auf den Weg in die Werkstatt gemacht. Während die Windschutzscheibe gewechselt und schon ein großer Teil der To Do Liste abgearbeitet wurde, haben wir uns in einem Second Hand Shop Einrichtungsgestände, wie Stoff für Vorhänge, Duvet, Bettlaken und Bettbezug, besorgt, die den Aufenthalt im Van schöner und gemütlicher gestalten sollen... Das Bett ist soweit hergerichtet und wird nachher eingeweiht. Morgen geht es dann nochmals in die Werkstatt und anschliessend wird Eddy erstmal von oben bis unten geputzt...
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